Agosto
Überarbeitete Zeichnungen

- Jahr
- 2013
- Technik
- Weißer und schwarzer Stift auf grauem Papier; Mischtechniken
- Ort
- Urquiza 556
- Adresse
- Rosario
- Datum
- 10. Mai – 13. Juni 2013
Eine fast metaphysische Erfahrung war es, mitten im August jenen kleinen Ort in den Bergen von San Luis zu besuchen. Ich war schon viele Male dort gewesen, aber nie zu dieser Jahreszeit.
Die Bäume hatten all ihre Blätter verloren. Gestrüpp und wilde Pflanzen wirkten vertrocknet, von abweisendem Aussehen. Keine einzige Blume. Nur einige immergrüne Gewächse zeigten ihr düsteres Grün. Der Rest: weiß, schwarz, grau. Ich begann meine Zeichnungen und hielt an diesem Gedanken fest. Auf grauem Papier arbeitete ich mit schwarzen und weißen Stiften.
Wir wanderten, eingetaucht in diese ungewöhnliche Landschaft, und kosteten die Abwesenheit der Farben aus. „Der August ist der Monat des Todes“, sagte mein Freund, und ich dachte darüber nach: „Ja, aber um morgen wieder aufzuleben.“ Tod und Leben, die ewigen Gegensätze.
Zurück im Atelier, eingehüllt in die Erinnerungen, griff ich zum PC, scannte meine nüchternen, eilig hingeworfenen Skizzen, um das Geheimnis von so viel Linie zu ergründen, Helldunkel, Todleben, Schwarzweiß, Winter, Kontrast, Nacktheit… Stille, als Sinnbild aller Gegensätze: Kriegfrieden, Hassliebe, Tagnacht, Kältehitze… und sie subjektiv neu zu erschaffen, um sie zum Schluss zu vergrößern.